Vodafone kauft KDG

Vodafone übernimmt Kabel Deutschland

In einer Art Ultimatum hatte Vodafone den Aktionären von Kabel Deutschland 84,50 € plus 2,50 € Dividende pro Aktie angeboten, wenn bis zum 11.9.2013 ein Anteil von mindestens 75% übernommen werden könnte. Der Deal kam mit 76% zu Stande und kostete die Vodafone 7,7 Mrd. €. Inzwischen ist die Übernahme auch von den Kartellbehörden genehmigt. Vodafone bemüht sich auch um die fehlenden 24 %. 15% sind in der Hand von Hedge-Fonds, die offenbar noch um den Preis pokern.

Für Vodafone stellt die Kabel Deutschland eine sinnvolle Ergänzung dar. Das Glasfasernetz bietet Entlastung für die unter dem rasant wachsenden Internet-Verkehr ächzenden Richtfunkverbindungen zwischen den Mobilfunk-Basisistationen. Weiter erhält Vodafone direkten Zugang zu 8,5 Millionen Festnetzkunden. Die Position, insbesondere gegenüber der Deutschen Telekom, wird dadurch erheblich gestärkt, zumal Kabelnetze deutlich leistungsstärker als Telefonnetze sind.
Was ändert sich dadurch für Wohnungsunternehmen, die einen Gestattungsvertrag mit Kabel Deutschland haben oder abschließen möchten? Zunächst nicht viel. Dass Vodafone die Kabel Deutschland nicht völlig umkrempeln will, ist schon daraus ersichtlich, dass die Führungsspitze nicht ausgetauscht wurde. Kabel Deutschland hatte schon in der Vergangenheit Angebote mit günstigen Mobilfunkverträgen gebündelt (Triple-Play + Mobilfunk = „Quadruple-Play“). Es ist zu erwarten, das derlei Kombi-Angebote ausgeweitet werden. Ob es darüber hinaus längerfristig neue Geschäftsmodelle geben wird, bleibt abzuwarten. Offen ist auch, was mit dem vor der Übernahme begonnenen Aufbau von öffentlichen WLAN-Netzen der Kabel Deutschland geschehen wird, die potenziell in Konkurrenz zu den UMTS- und LTE-Netzen der Vodafone stehen. Vorerst wurde der weitere Ausbau von WLAN gestoppt.